Nachtstrom war in den 1970er-Jahren eine sehr populäre Alternative zahlreicher Stromversorger: Um das teure nächtliche Abschalten der Kraftwerke zu umgehen, kamen die Energiegesellschaften auf die Idee, in den so genannten Schwachlastphasen-Phasen, zu denen weniger Strom verbraucht wird, trotzdem weiterhin Strom zu produzieren und schlicht zu billigeren Tarifen zu verkaufen. So konnte man nachts seine Speicherheizung auffüllen lassen und tagsüber je nach Bedarf heizen.
Auch heute noch unterteilen einige Stromanbieter ihre Produkte entsprechend, für den Nachtstrom ist jedoch ein separater Stromzähler notwendig. Nur so können die beiden verschiedenen Tarife, eben der „Nachtstromtarif“ und der „Tagstromtarif“, unabhängig voneinander gemessen werden. Die Umstellung auf Nachtstrom erfolgt hingegen im Grunde genommen sehr einfach und automatisch: Mit Zeitschaltuhren können die Versorger die Tarife ganz einfach umstellen.
Wenn man heutzutage jedoch als Kunde noch auf Nachtstrom umsteigen möchte, muss man gegebenenfalls mit hohen Aufschlagspreisen rechnen, denn oftmals muss der Stromzähler neu installiert werden. Hinzu kommen die ständigen Preiserhöhungen der Stromanbieter, die den Strom zu den ungewöhnlichen Sonderzeiten gar nicht mehr unbedingt günstiger sein lassen als den zu Tageszeiten. Nachtstrom kann der Verbraucher für 11-15 Cent pro Kilowattstunde beziehen, für Tagstrom zahlt man sogar teilweise nur zehn Cent. Nicht nur das sich verändernde Umweltbewusstsein, sondern auch die Technik tragen dazu bei, dass Nachtstrom immer weiter in den Hintergrund rückt. Nach einem Beschluss der Regierung soll die Möglichkeit zu einem solchen Angebot der Schwachlastregelung deutschlandweit bis 2019 sogar vollkommen abgeschafft werden. Dementsprechend ist es in der Regel wahrscheinlich für niemanden sinnvoll, in Nachtstrom zu investieren, da sich die Anschaffungskosten wahrscheinlich nicht mehr rentieren würden.
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